🌍 Weltumrundung 2017 · Tag 9

Von Singapur nach Sydney – Down Under und die hilfsbereiten Aussies

Um 5:30 Uhr schlagen zwei Handywecker gleichzeitig Alarm, gefolgt vom schrillen Klingeln des bestellten Hotel-Weckrufs. Sind wir wach? Definitiv nein, aber es hilft ja nichts. Jetzt muss alles ganz schnell gehen: Waschen, Anziehen, die letzten Sachen in die Koffer stopfen. Um 6:15 Uhr stehen wir bereits in der Lobby vor dem Frühstücksrestaurant – und wir sind nicht allein. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen im Urlaub um diese unchristliche Uhrzeit schon auf den Beinen sind. Nach einem schnellen „Quickie-Frühstück“ checken wir aus und nehmen ein Taxi zum Flughafen. Die Fahrt dauert diesmal keine zweieinhalb Stunden wie unsere Bahnfahrt bei der Ankunft, sondern entspannte 30 Minuten.

Wir fliegen mit Scoot (die damals gerade mit Tigerair fusionierten), einer bekannten Billigfluggesellschaft. Das Kofferaufgeben läuft reibungslos und wir sind fix am Gate. Unsere treue Fee vom STA-Reisebüro hatte uns vorab den goldenen Tipp gegeben, eigene Sandwiches und Knabberzeug mit an Bord zu nehmen, da Verpflegung bei Scoot extra kostet. Gesagt, getan. Mit den Getränken ist das allerdings so eine Sache: Flüssigkeiten dürfen bekanntlich nicht durch die Boarding-Kontrolle. Was wir bis dato nicht wussten: Im Aufenthaltsraum hinter dem Sicherheits-Check gibt es Wasserspender, an denen man leere Flaschen kostenlos mit Trinkwasser füllen kann. Tja, Pech gehabt und wieder was gelernt!

Unsere kostenpflichtig reservierten Plätze in der Gangreihe 31 der Boeing 787 erweisen sich als echter Glücksgriff. Die gesamte Maschine macht einen modernen und sauberen Eindruck – ein himmelweiter Unterschied zum gestrigen Malaysia-Airlines-Flug. Nach knapp siebeneinhalb Stunden Flugzeit heißt es schließlich: Welcome Down Under!

Es ist bereits 21:00 Uhr Ortszeit, als wir im Shuttlebus zu unserem Hotel sitzen. Der Fahrer jagt mit Affenzahn durch die Straßen und wir erhaschen erste, faszinierende Eindrücke vom nächtlichen Sydney. Das Oaks Goldsborough Apartment in Darling Harbour entpuppt sich als ziemliches Kontrastprogramm zum Luxus-Tempel in Singapur – sagen wir, es hat „Charme“. Ursel hat sich zu allem Überfluss eine fiese Erkältung eingefangen, ist verständlicherweise hundemüde und emotional gerade ziemlich „down under“. Im Hotel skypen wir kurz mit der Tochter unserer Nachbarn, die aktuell in Australien arbeitet, und verabreden uns für morgen.

Um die müden Knochen nach dem langen Sitzen etwas zu strecken, laufen wir noch einmal kurz raus, um eine Kleinigkeit zu essen und aufzutreiben. Beides gestaltet sich um diese Uhrzeit als echte Herausforderung. Und da passiert er, der erste herzerwärmende Kontakt mit den Einheimischen: Wir stehen völlig überfordert vor einem Getränkeautomaten und schaffen es einfach nicht, dem Kasten ein Getränk zu entlocken. Ein paar vorbeikommende Australier sehen unser Dilemma, fackeln nicht lange und schenken uns kurzerhand eine eigene Flasche Wasser aus ihrem Vorrat. Well done, Australia! Müde, erschöpft, aber glücklich fallen wir weit nach Mitternacht ins Bett. Uns stehen 10 Stunden Schlaf bevor – und die brauchen wir auch bitter nötig.