🌍 Weltumrundung 2017 · Tag 7

Von Kuala Lumpur nach Singapur – Upgrade ins Paradies

Das Kofferpacken geht uns mittlerweile routiniert und superschnell von der Hand. Das malaysische Wetter meint es heute allerdings nicht ganz so gut mit uns – es nieselt leicht. Wir flüchten ins Domcafe für ein ausgiebiges Frühstück mit Sandwiches, frischem Mangosaft, Fruchtsalat und gutem Kaffee. Zurück im Hotel werden die letzten Habseligkeiten verstaut, der Safe ausgeräumt und ruckzuck ausgecheckt.

Wir beschließen, die Bahn zum Flughafen zu nehmen. Ein logistischer Fehler, wie sich herausstellt: Die beiden großen Trolleys lassen sich auf den ramponierten Gehwegen nur schwergängig manövrieren. Da der Nieselregen schlagartig in einen tropischen Wolkenbruch umschlägt, erreichen wir die Station Sentral nass bis auf die Knochen. Immerhin bringt uns der Express-Zug danach im Eiltempo zum Flughafen. Beim hektischen Check-in unterläuft uns ein kleiner Fauxpas: Wir vergessen eine volle 0,5-Liter-Wasserflasche im Koffer. Mal sehen, ob uns beim Auspacken eine böse Überraschung erwartet. Die Maschine von Malaysia Airlines hat ihre besten Tage auch schon hinter sich, aber für die knappe Stunde Flugzeit nach Singapur reicht es allemal.

Die gute Nachricht zuerst: Unsere Kleidung ist trocken geblieben! Die Wasserflasche hat den Druckausgleich im Frachtraum heldenhaft überstanden. Auch das Einwanderungsformular haben wir augenscheinlich korrekt ausgefüllt, denn nach dem obligatorischen Daumenabdruck-Scan öffnet sich die Grenze nach Singapur. Da uns das Bahn-System in bester Erinnerung geblieben ist, wählen wir wieder den ÖPNV für den Weg in die City. Nach guten zweieinhalb Stunden und einer unfreiwilligen Sightseeing-Runde, weil wir prompt die falsche Bahn erwischt und uns mehrmals verfahren haben, stehen wir endlich vor dem legendären Hotel Marina Bay Sands.

Ursel hatte von zu Hause aus zwei Übernachtungen mit Frühstück und Blick auf die Gartenseite gebucht. An der Rezeption folgt die Sensation: Upgrade in den 46. Stock mit direktem Cityblick! Das Zimmer ist der absolute Wahnsinn und die Aussicht auf die hell erleuchtete Skyline von Singapur schlichtweg unbezahlbar. Wir sind schockverliebt.

Jetzt gilt nur noch eins: Rein in die Badehose und ab in den weltberühmten Infinity-Pool auf dem Dach! Hier oben im warmen Wasser zu treiben, während unter uns die Lichter der Wolkenkratzer funkeln und am Horizont ein spektakuläres Gewitter mit Blitzen aufzieht, toppt einfach alles bisher Erlebte. Frisch geduscht jagen wir mit dem Turbolift wieder nach unten in die hoteleigene Luxus-Mall. Wir schlendern vorbei an den glitzernden Schaufenstern von Armani, Gucci und Prada in Richtung Food Court. Seit dem Frühstück und ein paar Alibi-Erdnüssen im Flieger knurren unsere Mägen gewaltig.

Im Food Court geht es zu wie auf einem geschäftigen Ameisenhaufen. Uns schlägt ein bunter Mix aus Gerüchen, Stimmen und Menschen entgegen. Die kulinarische Auswahl ist gigantisch. Wir entscheiden uns beide für bodenständiges Chicken Teriyaki mit Reis. Frisch gestärkt erfüllen wir Ursels absoluten Herzenswunsch für Singapur: Ein Besuch im freistehenden Louis Vuitton Store direkt in der Bucht. Keine Sorge, unser Budget bleibt unangetastet – gekauft haben wir nichts, nur gestaunt. Todmüde fallen wir kurz darauf ins Kingsize-Bett und direkt ins Koma. Den Wecker stellen wir optimistisch auf 6:30 Uhr, ignorieren ihn am nächsten Morgen aber mit Bravour.