Um 7:30 Uhr wirft uns der Wecker aus dem Bett. Da wir das Hotel ohne Frühstück gebucht haben, treibt uns der nackte Kaffeedurst direkt zurück in die Mall der Twin Towers. Ein schneller Boxenstopp beim Bäcker und wir stehen pünktlich am Einlass der Petronas Towers. Wir werden mit blauen Besucherbändern ausgestattet und durch die Sicherheitskontrolle geschleust. Direkt vor uns in der Schlange: Eine indische Reisegesellschaft, die wir spontan auf den Namen „Mumbai Express“ taufen. Die Truppe ist lautstark und bester Laune.
Zehn Minuten später schießt der Lift nach oben zur Skybridge, der gläsernen Verbindung zwischen den 452 Meter hohen Zwillingstürmen. Wir haben exakt 15 Minuten Zeit für spektakuläre Stadtaufnahmen und die obligatorischen Selfies. Danach geht es hoch hinaus in die 86. Etage auf das Observation Deck. Der Ausblick über das endlose Häusermeer ist phänomenal. Und wer wartet dort oben bereits auf uns? Richtig, der Mumbai Express. Gemeinsam rauschen wir im Express-Aufzug wieder nach unten.
In einem Café holen wir das eigentliche Frühstück nach: Für umgerechnet schmale 16 Euro bekommen wir Sandwiches, Kartoffel-Wedges, Fruchtsalat und Kaffee – alles köstlich. Dann hat Ursel eine grandiose Idee: Die Batu Caves stehen auf dem Programm. Die berühmten Tempelhöhlen liegen im Norden etwas außerhalb der Stadt. Da unser Travel Pass hier nicht gilt, lösen wir am Bahnhof Zusatztickets für unschlagbare 2 Euro pro Person. Die Zugfahrt dauert eine halbe Stunde, während draußen der tropische Regen einsetzt. Atemberaubend: Direkt vor den Höhlen ragt die weltberühmte, 42 Meter hohe goldene Statue des Gottes Murugan in den Himmel. Wir folgen den Touristenmassen (inklusive unserem treuen Mumbai Express) und nehmen die 272 Stufen der bunten Treppe in Angriff. Oben angekommen sind wir klatschnass – natürlich nur vom Regen, denn wir sind ja topfit!
Zurück in der Stadt verwerfen wir den Plan, im Hotel zu duschen, und steuern direkt ein chinesisches Nudelhaus an. Es ist 16:30 Uhr, als wir uns über die heiße Suppe hermachen. Den liebevoll drapierten Koriander fischen wir mit den Stäbchen heraus und gleichen erst einmal den Flüssigkeitsverlust des Treppenaufstiegs aus. Danach steht ein Überlebenseinkauf an: In der Mall erstehe ich eine in Herzogenaurach designte Puma-Jogginghose. Bei den bevorstehenden langen Flügen siegt ganz klar die Bequemlichkeit über den Schick!
Es ist mittlerweile 18:00 Uhr – die Rushhour setzt ein und gefühlt wollen alle 1,8 Millionen Einwohner Kuala Lumpurs gleichzeitig in die Metro. Wir kämpfen uns durch die Menschenmassen und marschieren stramm Richtung KL Tower. Nach einem strapaziösen Fußmarsch erreichen wir die Shuttle-Station des 421 Meter hohen Fernsehturms. Wir blättern zweimal 52 Ringgit (ca. 20 Euro) hin und fahren nach oben. Das Lichtermeer der nächtlichen Megacity entschädigt für alle Strapazen des Tages. Ein magischer Moment. Danach gibt es nur noch ein Ziel: Heimweg, Dusche und ab ins Bett!