🌍 Weltumrundung 2017 · Tag 10

Sydney – Pferderennen, die Oper und ein Abend unter Deutschen

Es ist bereits 10:00 Uhr morgens, als wir endlich die Augen aufschlagen und uns langsam fertig machen. Im Food Court der nahen Mall gönnen wir uns ein getoastetes Lachs-Baguette und zwei Flat White (der australische Kaffeeklassiker). Kostenpunkt: Umgerechnet sportliche 14 Euro. Ein teurer Spaß, der uns spontan dazu bewegt, das Frühstück im Apartment zukünftig in Eigenregie zu übernehmen.

Als wir auf die Promenade heraustreten, trauen wir unseren Augen kaum: Uns strömen Massen von extrem schick aufgetakelten Frauen in eleganten Kleidern und Männer im feinen Zwielreiher-Jackett entgegen. Und das an einem ganz normalen Dienstag! Wie sich herausstellt, findet heute der berühmte Melbourne Cup statt – das wichtigste Pferderennen des Landes. Und das bedeutet in Australien schlichtweg: Ausnahmezustand und Party! An jeder Ecke wird in Wettbüros mitgefiebert und jede Kneipe überträgt das Event live. In der Touristeninformation sichern wir uns erst einmal die sogenannte iVenture Card, die Eintritte für 5 Top-Attraktionen beinhaltet. Kostenpunkt: 159 australische Dollar (ca. 111 Euro) pro Person.

Danach schlendern wir gemütlich durch den Hafen, beobachten das bunte Treiben und landen schließlich auf der monumentalen Harbour Bridge. Von hier aus bietet sich uns der weltbekannte, Postkarten-Blick auf das Opernhaus. Allzu lange halten wir es auf der Brücke allerdings nicht aus, da uns ein eisiger Wind fies um die Ohren pfeift. Also zurück in die geschützten Häuserschluchten der City. Die Architektur fasziniert uns: Riesige, moderne Wolkenkratzer stehen im direkten Kontrast zu alten, kleinen Backsteinhäusern aus der Kolonialzeit – eine bizzarre, aber extrem charmante Kombination.

Im nächsten Starbucks legen wir eine Kaffeepause ein und nutzen das kostenlose WLAN. Zeit, die obligatorischen Urlaubs-Selfies in die Heimat zu schicken und Mails abzurufen. Unter den Nachrichten ist auch Post von unserer lieben Katzensitterin mit frischen Fotos von Luna inklusive lustigem Begleittext. Wir vermissen unser graues Ungetüm doch sehr und der Gedanke, dass wir geografisch gerade nicht weiter von ihr entfernt sein könnten, versetzt uns einen kleinen Stich. Nach der Pause nehmen wir die Bahn von der Station Wynyard zum Hauptbahnhof und fahren mit der Lightrail zurück zur Station Convention direkt am Hotel. Im Ultimo Pyrmont Supermarket decken wir uns mit dem Nötigsten für das morgige Spar-Frühstück ein. Die Visa-Karte glüht: 16 Euro für ein paar Basics, aber die Karte macht's möglich.

Um 19:20 Uhr ist es so weit: Wir warten gespannt in der Hotellobby auf unsere Bekannte. Und tatsächlich, das Timing passt perfekt! Gemeinsam schlendern wir quatschend hinüber zum Darling Harbour. Da wir sie als Dankeschön zum Essen einladen möchten, überlassen wir ihr die Restaurantwahl. Und so landen am Ende drei Deutsche beim Italiener – in Australien! Das Lokal ist laut, extrem belebt, aber dank der gemeinsamen Muttersprache verläuft die Unterhaltung wunderbar unkompliziert. Die junge Frau erzählt packend von ihren Erlebnissen als Au-pair in ihrer Gastfamilie und ihren bisherigen Erlebnissen in Australien, während wir unsere Eindrücke der Weltreise teilen. Das Essen ist fantastisch, die Portionen reichhaltig und ich genieße seit Langem mal wieder ein eiskaltes Bier.

Gegen 22:00 Uhr machen wir uns auf den Rückweg und werden Zeuge eines kleinen Spektakels: Die historische Pyrmont Bridge schwenkt majestätisch zur Seite! Eine freundliche Security-Dame erklärt uns bereitwillig die technischen Details. Die Brücke öffnet sich gerade, um einen großen Ausflugsdampfer aus dem Hafenbecken zu lassen. Der Dampfer lag dort, weil an Bord die offizielle VIP-Party zum heutigen Melbourne Cup stattfand. Das erklärt natürlich das edle Treiben vom Vormittag. Nach ein paar finalen Abschieds-Selfies bringen wir unsere Bekannte zum Bus und fallen müde ins Bett.