💭 Randnotiz · KI-Lernkurve, Teil 3

KI-Lernkurve, Teil 3: Die GPS-Saga (und andere Bruchlandungen)

Bisher klang meine Geschichte fast zu glatt. Zeit, das geradezurücken: Meine eigene Wander-App zu bauen war der mit Abstand härteste Teil der Reise — und ich hab dabei mehr falsch gemacht, als mir lieb war.

Mein GPS wollte einfach nicht funktionieren

Die App sollte simpel sein: loslaufen, Route aufzeichnen, fertig. Stattdessen hab ich Wochen mit meinem eigenen GPS-Signal gekämpft. Erst zeichnete die Route krumme Linien statt echter Wege auf. Dann fror die Positionsabfrage komplett ein, sobald das Handy-Display gesperrt war — die App merkte nichts davon, bis der Test vorbei war und die Strecke aussah wie mit dem Lineal gezogen.

Ich hab einen stillen Audio-Loop eingebaut, der das Handy künstlich wachhalten sollte. Hat eine Weile geholfen — und wurde später komplett wieder rausgeworfen, weil sich rausstellte: Das war nur ein Pflaster auf der eigentlichen Wunde.

Als mein eigener Kopierschutz mich selbst sabotierte

Ich hatte einen Schutzmechanismus eingebaut, der Distanzen verfälschen sollte, falls jemand die App unerlaubt kopiert. Klang clever — bis er anfing, sich selbst gegen mich zu wenden: Auf meinem eigenen Heim-WLAN löste der Schutz fälschlich aus. Distanzen wurden gestutzt, Umlaute verschlüsselt, GPS-Rauschen künstlich reingemischt. Ich hatte quasi meine eigene Alarmanlage gebaut — und bin selbst reingelaufen.

Wenn Dateien einfach nicht vom Handy wollten

Und dann die Sache mit dem Export: Fotos und Berichte ließen sich zwar erstellen, aber nicht vom Handy runterladen — die Downloads verschwanden lautlos im Nichts. Erst der Umstieg auf die native „Teilen“-Funktion des Handys (dieselbe, die du auch beim WhatsApp-Teilen nutzt) hat das Problem endgültig gelöst.

Warum das wichtig ist

Rückblickend war fast keines dieser Probleme ein simpler Tippfehler. Es waren alles Symptome einer tieferen Frage: Baut man auf der richtigen Grundlage? Die GPS-Probleme etwa lösten sich erst dauerhaft, als klar wurde, dass eine Website im Browser gewisse Dinge auf dem Handy einfach nicht kann — egal wie viele Pflaster man draufklebt.

Die Erkenntnis: Die meisten hartnäckigen „Bugs“ sind keine Einzelfehler, sondern ein Zeichen dafür, dass die Grundlage nicht stimmt. Wenn du dasselbe Problem immer wieder mit neuen Pflastern reparierst, lohnt sich die Frage: Ist das Fundament überhaupt das richtige?

Nächste Folge: Der radikale Schnitt, der aus einer Browser-Seite endlich eine echte App gemacht hat — und der Moment, in dem alles plötzlich funktionierte.